Montag, 8. Februar 2010

Weihnachten und Silvester auf ostasiatisch

Hallo Freunde,

man, man, man....Stress lass nach. Kaum fängt die Sprachschule wieder an, vergisst man seine Pflichten als guter Blogger:-)

Trotz der Tatsache, dass wir ja schon seit einiger Zeit im neuen Jahr angekommen sind, möchte ich euch nicht vorenthalten, wie man hier in Japan so das Ende der Jahres gestaltet.

Für mich persönlich war es auf jedenfall eine sehr schöne Zeit, wenn nicht sogar die Schönste Zeit meines ganzen Auslandsaufenthaltes.
Woran DAS wohl liegen mag? Nicht vielleicht an der Tatsache, dass mein Schatz ganze 10 Tage in Tokyo gewesen ist? *ggg*

Weihnachten und Neujahr hier in Japan zu verbringen- Was bedeutet das? Es bedeutet von vielem Abstand zu nehmen, was man aus unserer westlichen Kultur kennt und für Neues offen zu sein. Besonders was Silvester angeht:-)

An Weihnachten beleuchten die Japaner ihre Häuser garnicht. Also nichts mit bunten Lichterketten an den Fenstern, wenn man durch die Straßen geht. Lichterketten und Weihnachtsdeko wird hier zwar en Masse verkauft, aber kaufen tut es scheinbar niemand. Bei den Preisen aaber auch kein Wunder*lach*
Dafür wird hier jedoch kein Cent an der Beleuchtung der restlichen Stadt gespart:-) Hier ein paar wenige Eindrücke:












Roppongi war ein einziges Spiel der Lichter. Weiß wie der Schnee:-)

Die Beleuchtung in Shinjuku war einfach toll Hier wurde auf Blau gesetzt:-)

Am Tokyo Tower gab es u.a. dieses Bäumchen...

...und auch anBeleuchtung im Ginza hat es nicht gefehlt- Hief war Rot im Trend:-)

Da Nuri erst am 25. in Tokyo angekommen ist, musste ich den 24. irgendwie rumkriegen. Das war hier in Tokyo aber nicht allzu schwer. Man sucht sich einfach einen Ort aus, an dem man noch nicht gewesen ist, trommelt ein paar Leute zusammen und los geht´s. In unserem Fall hat uns unser Christmas-Trip" nach Odaiba geführt. Dieses Inselchen ist echt der Knaller. Man fühlt sich fast wie in Amerika. Ein Seaside-Deck, wie das in Miami (nur die Palmen waren halt aus Plastik *lach*), natürlich die obligatorische Weihnachtsbeleuchtung und dann das Highlight: Odaiba ist der einzige Ort auf Erden, an dem man die Freiheitsstatue neben der Golden Gate Bridge fotografieren kann. Ihr glaubt es nicht? Bitteschön:

Was sag ich? Die Japaner überwinden Meilen:-) Nein...Das ist keine Fotomontage (sowas kann ich garnicht *lach*)

Auch in Odaiba wurde beleuchtet was das Zeug hält....

...hier ist alles in Lila gehalten worden:-)

Am 25. Dezember ist dann endlich auch mein Schatz nach einem 15-stündigen Flug in Tokyo eingetroffen. Nachdem wir dann nach weiteren 4 Stunden endlich in unser Apartment eingezogen waren, konnte die im wahrsten Sinne "Schönste Zeit des Jahres" losgehen. Nuri und ich haben das Leben in Tokyo in vollen Zügen genossen. Haben gesehen, was es zu sehen gab, getan, was es zu tun gab, fotografiert, was es zu fotografieren gab und vor allem gegessen, was es zu essen gab. Es waren einfach wunderbare 10 Tage, die mir Kraft für die restliche Zeit hier geben.
Mein persönliches Highlight dieser 10 Tage war mein Siegeszug, meinen Mann nach guten 15 Jahren endlich in einen Zug zu bekommen. Hätte ich nie zu träumen gewagt*lach* Am Anfang fand er es garnicht mal so schlimm so ganz ohne Auto. Als er aber gemerkt hat, wie schwer so eine Einkaufstüte werden kann und wie weit so ein Briefkasten gefühlt entfernt sein kann (so weit war das nämlich garnicht), hat er am Abflugtag mit Sicherheit drei Kreuze gemacht in wenigen Stunden wieder ein Auto unter´m Hintern zu haben*lach*
Ich musste mich wirklich überrascht zeigen, wie aufgeschlossen und interessiert Nuri an allem gewesen ist. Ich hatte bisher immer das Gefühl, ihn kann so ziemlich garnichts beeindrucken- Weit gefehlt. Er hat wirklich alles fotografiert- Angefangen von dem einfachen Stoppschild in Shinjuku (seinem Lieblingsort) bis hin zu den imposanten Tempeln in Asakusa. Ganz toll fand er auch die vielen "Ameisenhaufen" (so hat er die Menschenmassen getauft). Besonders die an der berühmten "Shibuya-Kreuzung":-)

Der Anblick der Tempel in Asakusa war eines der vielen Highlights für Nuri:-)

Shinjuku in Love:-)

Am Tokyo Tower haben wir diese Deko entdeckt:-)

Nuris "Ameisenhaufen" in Shibuya....

....und das Abenteuer Zug :-)

Silvester war sowohl für mich als auch für Nuri eine ganz neue Erfahrung.
Nachdem wir zunächst geplant hatten zum Meiji-Schrein zu fahren, um Silvester ganz traditionell zu feiern, sind wir per "Unfall" in Shibuya gelandet (die Bahn ist einfach Non-Stop durchgerast).
So haben wir also unser neues Jahr unter irgendeiner Brücke am Bahnhof in Shibuya gefeiert- Na das fängt ja schonmal gut an *lach*
In Shibuya sollte es aber keinesfalls ruhig zugehen. Nachdem wir dem unüberhörbaren Lärm gefolgt waren, haben wir tausende von feiernden Menschen angetroffen. Ein Feuerwerk gab es zwar nicht, dafür aber umso mehr besoffene und feiernde Menschen. Nuri und ich waren nicht so ganz Freund dieser "Veranstaltung" und haben uns kurzerhand dazu entschlossen den nächsten Polizisten zu fragen, wie wir denn zum Meiji-Schrein laufen können.
Nach ca. 2 km sind wir ann am Eingang zu den Schreingärten angekommen und wollten schnurstracks in Richtung des eigentlichen Schreins laufen. Na ja...Wir waren leider nicht die Einzigen mit dieser Idee und so ging es dann irgendwann weder vor, noch zurück. Noch ehe wir uns versahen befanden wir uns in einer riiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiesigen Warteschlange...Eine geschlagene Stunde haben wir gewartet, bis wir endlich den Schrein vor Augen hatten.
Ich konnte mir natürlich nicht nehmen lassen etwas Geld zu werfen und meine kleine persönliche "Neujahrs-Onegai" an die Götter loszuwerden (Die wird natürlich nicht verraten, sonst geht es ja nicht in Erfüllung*ggg).
Nach einem obligatorischen "Wir-waren-da"-Foto, haben wir- wie so viele andere Japaner auch- nochmal eine "Brief-Onegai" verfasst und ihn in den dafür vorgesehenen Kasten geworfen.
Um 2 Uhr morgends und völlig durchgefroren- es war nämlich alles andere als warm- haben wir uns in den nächsten Zug nach Shinjuku gequetscht und sind am Ende dieses wirklich anderen aber großartigen Silvesterabends zuhause angekommen.
Na wenn dieses Jahr kein Glück bringt, dann weiß ich auch nicht:-)

Der "Silvester-Ameisenhaufen"...Und wir mitendrin:-)

Meine kleine "Neujahrs-Onegai" bin ich auch losgeworden:-)


An dieser Stelle mache ich nun Schluss und melde mich bald wieder aus dem schönen Tokyo:-)

Liebe Grüße,
Romina:-)

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